Die Entstehung von ETFs

Die großen Ideengeber für die Entwicklung von ETFs waren Louis Bachalier, Harry Markowitz und William Sharpe. Bereits im Jahr 1900 formulierte der französische Mathematiker Bachalier an der Pariser Universität Sorbonne die theoretischen Grundlagen. In einer Studie untersuchte er die Bewegungen von Aktien. Im Zuge dieser Untersuchungen zeigte sich, dass die Chancen, den Markt zu schlagen, bei 50 Prozent liegen. „Das Auf und Ab an der Börse ist so willkürlich wie der Schlingerkurs eines Besoffenen”, so Bachalier. 

Die Erkenntnisse des Mathematikers, die von Zeitgenossen nur belächelt wurden, bewogen jedoch den heutigen Nobelpreisträger Harry Markowitz in den fünfziger Jahren, seine Portfoliotheorie zu entwickeln. Sein Credo: Nicht die Maximierung der Rendite sollte beim Anleger im Vordergrund stehen, sondern die Reduktion des Verlustrisikos – durch eine breite Anlagestreuung. Sharpe belegte den Vorteil der Streuung im Portfolio. Die Idee passiver, breit gestreuter Investments war geboren.

Die Anfänge von ETFs

Als die US-amerikanische Bank Wells Fargo zu Beginn der 70er Jahre einen ersten Indexfonds auflegte, brachte sie damit kein Produkt für Kleinanleger oder Sparer auf den Markt, sondern ausschließlich für institutionelle Investoren. Die Möglichkeiten das Produkt zu handeln, waren auch keineswegs so flexibel, wie man das vom heutigen ETF-Handel kennt, aber die zugrundeliegende Idee des ersten Indexfonds finden wir auch heute noch bei ETFs vor. 

Mit ihrem ersten Indexfonds wollte Wells Fargo alle handelbaren amerikanischen Aktien in einem Produkt versammeln – ähnlich wie es der iShares Core S&P 500 UCITS ETF (WKN: A0YEDG) heute tut, indem er die Aktien von den 500 erfolgreichsten Unternehmen der USA für Anleger in einem Produkt bündelt.

Schon fast ein ETF

Kurze Zeit später, 1976, entwickelten John Bogle und Burton Malkiel den ersten Indexfonds für Privatanleger, den Vanguard 500. Er wurde zum Bestseller. Der Fonds war allerdings nicht börsennotiert und deshalb streng genommen noch kein ETF. Denn der flexible sowie liquide Handel über eine Börse ist eines der wesentlichen Charakteristika von ETFs, so wie das heute mit dem Vanguard S&P 500 UCITS ETF (WKN: A1JX53) eine Selbstverständlichkeit darstellt.

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Blogbeitrag über die Comdirect:

In der Fachpresse wurde der Vanguard 500 damals als „Torheit” bezeichnet. „In Indexfonds anzulegen, heißt von vornherein auf Mittelmäßigkeit zu setzen”, so das damalige Urteil. Eine Fehleinschätzung, denn im Jahr 2000 wurde der Vanguard S&P 500 Indexfonds zum größten Publikumsfonds der Welt gekürt. Aktuell beträgt das Fondsvolumen des Vanguard 500 Index Fund Admiral Shares (VFIAX) rund 500 Milliarden US-Dollar.

Der erste echte ETF in Europa

Heute vor 20 Jahren war es so weit. Am 11. April 2000 wurden die europaweit ersten ETFs (Exchange Traded Funds) auf Xetra gelistet. 

 

Laut Angaben des Börsenbetreibers machten zwei börsengehandelte Indexfonds von Merrill Lynch International, die im Xetra-Handel der Deutschen Börse starteten und mit denen Investoren in den EURO STOXX 50 und den STOXX Europe 50 investieren konnten, den Anfang. Heute notieren mehr als 1.500 ETFs auf Xetra. Mit dieser Auswahl und einem monatlichen Handelsvolumen von 13 Mrd. Euro ist Xetra bis heute europaweit führend, heißt es weiter.

Der erste Welt-ETF?

Eine Art erster Welt-ETF (auch wenn er nur 50 Unternehmen integrierte) war der iShares Dow Jones Global Titans 50 UCITS ETF (WKN: 628938), der 2001 aufgelegt wurde. Der berühmte iShares MSCI World UCITS ETF (WKN: A0HGV0) folgte erst 4 Jahre später und wurde im Jahr 2005 einer breiten Masse zugänglich gemacht. Heute existieren zahlreiche sogenannte Welt-ETFs und es ist auf den ersten Blick nicht unbedingt leicht zu sagen, worin die Unterschiede liegen.

Die Aufteilung der globalen Regionen und Länder in den MSCI-Indizes

Quelle: MSCI.com; Stand: 28.06.2019

Alle INDIZES im Überblick

Die wichtigsten Indizes weltweit. Quelle: Finanzen.net

Entwicklung des weltweit in ETFs verwalteten Vermögens von 2005 bis 2019 (in Milliarden US-Dollar)

Quelle:statista.de