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Aufgepasst Zinsfalle - so vermeidest du Fehler!

Der Sollzins, verzinst rein die Überlassung des Kreditbetrags ohne weitere Nebenkosten. Der Sollzinssatz (Nominalzins), oder auch Nettozinssatz, enthält also noch nicht mögliche weitere Kosten der Bank für den angebotenen Kredit. Anders sieht es hingegen beim Effektivzinssatz aus. Hierbei schließt die Bank explizit alle Kreditnebenkosten ein, wobei es sich um die folgenden Punkte handeln kann:

  • Vermittlungsgebühren
  • Kontoführungsgebühren
  • Bereitstellungszinsen
  • Transaktionskosten
  • usw.

Manche Menschen müssen neben ihrem Kredit auch eine Restschuldversicherung abschließen, besonders ältere Menschen sind häufig davon betroffen und macht den Kredit (Zinssatz) teurer! Das ist auch ein Bestandteil auf den Kredit bezogenen Effektivzinssatz!

Da dem Sollzinssatz diese individuellen Kostenbestandteile fehlen, ist er im Gegensatz zum Effektivzinssatz nicht für einen Kreditvergleich geeignet.

Mit dem auf das Jahr gerechneten (p. a. = per annum) Effektivzinssatz können dagegen die Kreditangebote und besonders Baufinanzierungen bestens verglichen werden.

Aber: Solche Vergleiche machen nur Sinn, wenn bei allen verglichenen Angeboten zumindest Laufzeit und Kreditsumme gleich sind.

Beispiel für einen Kreditvergleich

Ein Kreditnehmer will für die Finanzierung einer Wohnung einen Kredit in Höhe von 250.000 Euro aufnehmen. Die Bank bietet dazu folgende Kreditkonditionen an: Sollzins p. a. 1,75 Prozent bei jährlicher Tilgung.

Der Kreditnehmer zahlt im ersten Jahr insgesamt 4.375 Euro an Sollzinsen (1,75 Prozent p. a.). Allerdings kommen noch 100 Euro an Kontoführungsgebühren und 420 Euro an sonstigen Bearbeitungsgebühren hinzu. 

Insgesamt ergibt sich so im ersten Jahr eine Belastung von 4.895 Euro, was dann einem Effektivzinssatz von 1,96 Prozent entspricht

Durch die Nebenkosten des Kredits steigt also der Sollzinssatz von 1,75 Prozent im ersten Jahr um 0,21 Prozent auf einen Effektivzins von 1,96 Prozent.

Warum ist der Effektivzins höher als der Sollzins?

Der Effektivzinssatz ist in der Regel höher, weil er alle Zusatzkosten eines Kredits enthält. Somit zeigt er den Kreditnehmern besser an, wie viel ein Kredit auf das Jahr bezogen wirklich kostet.

Wenn du günstige Kredite vergleichen willst

Schlusswort

Mit dem Sollzins allein wissen Kreditnehmer noch nicht alles über die gesamten Kosten eines Kredits. Hinzu kommen noch die Nebenkosten, die in den auf das Jahr gerechneten Effektivzins einfließen. Mit letzterem lassen sich angebotene Kredite deutlich besser vergleichen, wenn Laufzeit und Kreditsumme unverändert bleiben!

Ich hoffe, dass ich dir den Unterschied zwischen Sollzins und Effektivzins näher bringen konnte?! Wenn du in deinem Kreditvergleich die Tatsächlichen kosten (Effektivzins) nicht berücksichtigst, kann der vermeintlich günstige Zins richtig teuer werden!